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Filmabend: „Geschwebt wird (fast) immer“

Geschwebt wird (fast) immer

Prolog:
Eigentlich stand im Februar ein ganz normaler Clubabend im Programm des Filmclubs SFW Wuppertal. Kleine Besonderheit: Erich Schulte stellt seine neueste Produktion vor, ein lokales Thema aus Wuppertal: „Bandwirken in Wichlinghausen – Siegfried Sohn erzählt“.

Im Gespräch mit Erich Schulte meint sein Protagonist, er würde das fertige Werk auch mal gerne auf der großen Leinwand sehen; ein paar Freunde würde er auch mitbringen. „Kein Problem,“ denkt man im Filmclub, für einen ‚Clubabend-plus‘ ist Platz genug in der Gaststätte ‚Kuckuck‘, dort wo der Filmclub SFW Wuppertal seit Jahrzehnten zu Hause ist.

Filmabend:
Wenn Gäste kommen, dann tischt man auf – so ist das im Bergischen Land! Die Speisekarte des ‚Kuckuck‘ ist bergisch-deftig mit Gerichten wie Panhas, Matjes oder Reibekuchen und im Archiv des Filmclubs sind über 400 digitalisierte Filme aus 70 Jahren Clubgeschichte. Also wird beschlossen: „Wir machen einen Filmabend nur mit eigenen Produktionen aus Wuppertal.“ Ein Motto ist schnell gefunden: „Geschwebt wird (fast) immer!“ Schließlich ist in vielen Filmen die Wuppertaler Schwebebahn, wenn nicht Hauptdarsteller, so doch bildfüllende Kulisse.

Ein Filmabend mit Nostalgie aus dem Wuppertal könnte ja auch für den einen oder anderen Gast interessant sein. Also mal nachfragen bei der WDR-Regionalsendung „Lokalzeit Bergisches Land“, ob Interesse besteht. Und ja, ein paar Ausschnitte mit der Schwebebahn, Generation 1900, können wir auch beisteuern. Beim WDR wird daraus ein 30-Sekunden-Beitrag: ‚Nostalgie aus Wuppertal in der Kuckuckstrasse‘.

Beim Vorsitzenden Erich Schulte glüht das Telefon: Ob noch Plätze frei sind zum Filmabend über Wuppertal? Bald muss er abwinken: Mehr als 40 Leute passen nun wirkliche nicht in den Clubraum und eigentlich sollte es doch nur ein ‚Clubabend-Plus‘ sein.

Es ist der Clubabend im Kuckuck, es ist nass und es ist kalt, eben Februar im Bergischen. Ob die interessierten Gäste wohl alle kommen? Etwa eine Stunde vor Programmbeginn steht fest: Es wird voll heute Abend und spätestens ½ Stunde vor dem geplanten Beginn müssen Besucher auf einen neuen Termin vertröstet werden. Pünktlich um 19:30 Uhr geht es los: „Geschwebt wird (fast) immer“, ein Trailer von 125 Sekunden, weil die Schwebebahn 125 Jahre alt wird. Die Idee ist geklaut: von „100 Sekunden für 100 Jahre BDFA“. Das Filmprogramm startet mit dem Spielfilm „Meine erste Fahrt“ über einen Fahranfänger im Fiat 500, von Robert Remmling 1968 auf N8-Schmalfilm gedreht, und es endet mit der Reportage „Meine letzte Fahrt“ über die Straßenbahnlinie Nr. 2 in Wichlinghausen, auch von Robert Remmling, aber noch vier Jahre älter. Ein Musikclip über eine Fledermaus ist im Programm, ein weiterer Spielfilm samt Feuerwehreinsatz und Elsa Lasker-Schüler, die Dichterin, kommt auch zu Wort. Insgesamt 14 Kurzfilme von 125 Sekunden bis 19 Minuten Länge werden gezeigt.

Der Bandwirker aus Wichlinghausen ist wohl mit dem Portrait über sich zufrieden: Alles sachlich richtig dargestellt! Bald soll es eine Neuauflage von „Geschwebt wird (fast) immer“ geben, speziell für Gäste, die der Filmclub wegen Überfüllung nach Hause schicken musste.

Epilog:
Und da war da noch der Besucher, der dem Club anbot: „Ich habe Filmaufnahmen aus Wuppertal in den 30-er Jahren, schon digitalisiert – könnt ihr für Euer Archiv haben. Die Bildrechte habe ich auch!“ Er will wieder kommen. Mal sehen, ob daraus ein weiterer Filmabend wird…