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Das Online-Landesfilmfestival NRW,

fand vom 19. Februar bis zum 7. März 2021 statt.

Bernhard Zimmermann

 

 

Die Ausrichter hätten gern Autoren und Gäste bei den Landesfilmfestivals der Regionen Rheinland im Stadtmuseum Düsseldorf und in der Region Westfalen in Bad Lippspringe begrüßt. Die durch die Corona-Pandemie getroffenen Einschränkungen gerade im Kulturbereich haben aber bereits im Vorfeld gezeigt, dass die Durchführung von Präsenzfestivals unmöglich sein würde.

 

Letzte Gewissheit hat sich aufgrund der neuerlichen Einschränkungen ab November und der Fortsetzung des Lockdowns im Januar ergeben. Dies hat die Ausrichter dazu bewegt, die Festivals als Online-Festival und aufgrund der nicht so hohen Anmeldungszahlen als gemeinsames Festival durchzuführen. Dank des Fleißes unserer Autorinnen und Autoren kam dennoch ein bunt gemischtes, lebendiges Programm durch alle Kategorien von insgesamt 34 Filmen zusammen – ein wahrer Lichtblick in diesen lausigen Corona-Zeiten.

 

Mit Hilfe der technischen Möglichkeiten im Rahmen der Plattform vimeo konnte jedes BDFA-Mitglied in NRW sich über seinen persönlichen Account im BDFA Mitgliederbereich https://www.bdfa.de/login/ einloggen und das Filmprogramm von zu Hause aus anschauen.

 

Die Online-Diskussion fand am 27.2.2021 statt und war ebenfalls kurz danach auf der Webseite zu sehen. Die Jury unter der Leitung von Hans-Kurt Linnenweber setzte sich zusammen aus Sabine Matz, Jürgen Wogirz, Ralf Kloda, Wolfgang Volker und Antoni Skorniewski und kam zu folgenden Ergebnissen:

 

Ein Erster Preis und der „Sonderpreis des BDFA für den besten Film des Festivals“ ging an den Dokumentarfilm Berührbares Indien von Michael Preis aus dem Filmklub Dortmund e.V. Der Autor sagt dazu: „Eine Liebeserklärung an das Reisen, es ist schon die sechste Reise nach Indien“. Dabei blickt der Autor auf seine Reise am Strand von Goa zurück. Wir sehen Bilder von Begegnungen mit Menschen und der Autor vermittelt uns dabei seine persönlichen Empfindungen. Er ist immer auf der Suche nach dem Zauber der Fremde. „Reisen sei eine der schönsten Formen des Glücks“, heißt es im Film. Die Jury: Ein sehr interessanter Zusammenschnitt vieler Erlebnisse während mehrerer Reisen und gleichsam eine Liebeserklärung an Indien. Der Autor bringt sich authentisch ein ohne über sein Reiseland zu urteilen.

 

Einen weiteren Ersten Preis und den „Sonderpreis des BDFA Landesverbandes NRW für die beste Filmmontage“ erhielt der Naturfilm Ruhig, ein wenig bewegt von Klaus Piotrowski aus dem Filmklub Dortmund e.V. Der Autor schreibt dazu: „Der Versuch ein klassisches Musikstück mit ansprechenden Bildern zu umrahmen“. Die Jury: Sehr schöne Naturaufnahmen aus dem Gebirge, die auf die Musik abgestimmt und somit regelrecht komponiert wirken. Die Intensität der Aufnahmen erzeugt eine starke Wirkung auf den Zuschauer, der von Anfang bis Ende des Films fasziniert schaut und staunt.  

 

Ein weiterer Erster Preis ging an den Film Ohne Badeofen kein Flugzeug von Franz Lammel aus dem Mönchengladbacher Filmklub -Objektiv- e.V. Der Film beschreibt das Leben des genialen Ingenieurs, Forschers und Flugzeug-Pioniers Hugo Junkers, der an der Ideologie des Dritten Reiches scheitert und dessen Name zum Synonym für Tod und Vernichtung wird. Die Jury: Ein gut recherchierter und lehrreicher Film. Eine tolle Geschichte, fernsehtauglich. Auch der Kommentar ist besonders gelungen. Der Film zeigt schließlich auf, wie die Lebensleistung der Person Hugo Junkers durch politische Wirren Schaden genommen hat.

 

Die Jury vergab ferner elf Zweite Preise:

 

Der Dokumentarfilm Immerath, das Sterben eines Dorfes von Werner Handl ebenfalls aus dem Mönchengladbacher Filmklub -Objektiv- e.V. erhielt außerdem den „Sonderpreis der Düsseldorf Tourismus GmbH für den besten kulturellen Beitrag“ Der Film hat die Vernichtung des Dorfes Immerath durch den Braunkohleabbau seitens des Energie-Unternehmens RWE zum Inhalt. Die Jury: Durch die Intensität seiner Einstellungen wirkt der Film beklemmend. Eindrucksvoll und emotional sind die Aufnahmen vom Abriss der Kirche gestaltet. Er geht unter die Haut und ist ein wichtiges Zeitdokument. Er sollte archiviert werden.

 

Der Fiktionale Film Genslerstrasse 66 aus dem Siegburger Filmclub e.V. bekam zusätzlich noch den „Sonderpreis für einen besonderen Film.“ Dieser Film beruht auf wirklich geschehenden Tatsachen. Die Jury: Ein sehr eindrücklicher Film über eine Foltermethode. Der Film kommt mit einer Einstellung aus und ist dadurch dicht. Vom Licht und der Bildaufteilung her ist er perfekt in Szene gesetzt. Der Film baut eine erhebliche Spannung auf.

 

Von den weiteren Zweiten und Dritten Preise würde es sich lohnen, den einen oder anderen Film noch näher zu erwähnen. Einige hatten ganz aktuelle Themen, wie etwa die Corona-Pandemie zum Inhalt oder waren auf ihre Weise ganz besonders und persönliche Dokumente. Insgesamt ein vielfältiges Programm und ein bunter Strauß von Themen, der die Amateurszene deutlich vom kommerziellen Film oder den öffentlichen Medien abhebt.

Dafür sei den Autorinnen und Autoren gedankt, wobei ich mir noch mehr Experimentelles wünschen würde. Den Jurymitgliedern sei für ihre Arbeit in der Online-Situation gedankt, die durchaus eine zusätzliche Herausforderung darstellt.

 

Der Dank gilt darüber hinaus bei diesem Online-Festival insgesamt dem BDFA und dem Landesverband NRW des BDFA, die mit ihren technischen Möglichkeiten im Rahmen der Plattform vimeo die Durchführung für uns alle ermöglicht haben.

 

Im Herbst werden wir uns dann hoffentlich „face to face“ zu den Festivals in Düsseldorf und Bad Lippspringe wiedersehen.

 

Ihr

Bernhard Zimmermann

Leiter der Region Rheinland

im Landesverband NRW des BDFA

1 Michael Preis – Berührbares Indien

2 Klaus Piotrowski – Ruhig ein wenig belebt

3 Franz Lammel – Ohne Badeofen kein Flugzeug

4 Werner Handl – Immerath, das Sterben eines Dorfes

5 Marc Eggers – Genslerstrasse 66

Bernhard Zimmermann bei der Ansprache zur Jurydiskussion

Ergebnisse LFF NRW Frühjahr 2021 online