Bad Lippspringe wurde Mitte März zum Treffpunkt für Filmbegeisterte: Beim Landesfilmfestival der BDFA-Region Westfalen am 14. und 15. März 2026 erlebten rund 55 Zuschauer pro Veranstaltungstag ein abwechslungsreiches und hochklassiges Filmprogramm im Odins Filmtheater.
Insgesamt 33 Filme aus drei Filmklubs standen auf dem Programm und boten eine beeindruckende Bandbreite – von eindrucksvollen Naturaufnahmen über Dokumentationen aus aller Welt bis hin zu fiktionalen Produktionen. Bereits zur Eröffnung um 9 Uhr begrüßte Manfred Friedrich, Leiter des Filmclubs Bad Lippspringe, die Gäste. Für einen besonderen Moment sorgte die Ehrung von Albert Willecke: Der langjährige Filmemacher wurde durch den Regionsleiter Hans Berenberg für seine 40-jährige Mitgliedschaft im BDFA ausgezeichnet. Gleichzeitig zeichnete er sich maßgeblich für den reibungslosen technischen Ablauf des Festivals verantwortlich.
Auch Bad Lippspringes Bürgermeister Ulrich Lange richtete sich an das Publikum und hob die verbindende Kraft des Mediums Film hervor – eine Einschätzung, die sich im Verlauf des Wochenendes eindrucksvoll bestätigte.
Das Programm führte die Zuschauer unter anderem an den Mekong, nach Island oder in die Wüstenregionen Dubais. Den Abschluss bildete ein Film über „Größenwahn und Tradition“ in Dubai – ein Werk, das eindrucksvoll die Gegensätze zwischen Moderne und kulturellem Erbe beleuchtete.
Neben dem cineastischen Angebot überzeugte auch die Atmosphäre: In den Pausen sorgte das Team um Manfred Friedrich mit Brötchen, Kuchen und Torten für das leibliche Wohl. Mit einem Augenzwinkern hatte Friedrich angekündigt, jeder Besucher solle „mit mindestens einem Kilo mehr auf den Rippen“ nach Hause gehen – eine Prophezeiung, die sich für manchen Gast offenbar erfüllte.
Eine fachkundige Jury unter Leitung von Jürgen Richarz bewertete die Beiträge und vergab die Preise. Den ersten Preis sowie den Sonderpreis für den besten Film erhielt „Traumberuf“ von Günter Bobitka und Andreas Meier, in dem ein Schäfer eindrucksvoll seinen Werdegang schildert. Ebenfalls mit einem ersten Preis ausgezeichnet wurde Dr. Egmont Zieseniß für „Im Land der Dickfelligen“, eine Hommage an die Heidschnucken der Lüneburger Heide.
Mehrere zweite Preise gingen unter anderem an Birgit Mölle-Weber für ihre AV-Show „Relikte“, die sich mit Spuren des Zweiten Weltkriegs auf Helgoland auseinandersetzt, sowie an Michael Preis für seinen Film über Dubai. Auch Werke wie „An den Ufern des Mekong“, „Stummer Zeuge“, „Island – die verborgene Welt“ oder „Licht an – Engagement sichtbar machen“ überzeugten Jury und Publikum gleichermaßen.
Im Bereich Naturfilm konnte sich erneut Dr. Egmont Zieseniß mit zwei weiteren Arbeiten platzieren, ebenso wie Manfred Friedrich mit seinem Norwegen-Beitrag „Damit haben wir nicht gerechnet!“. Auch im fiktionalen Bereich wurden mehrere Produktionen ausgezeichnet, darunter Filme von Ellen Welke, Gregor Heitmar und Birgit Mölle-Weber.
Als Nachwuchshoffnung gilt Lea-Marie Nitschke, die für ihren Film „Zeit der Veränderung“ mit einem dritten Preis geehrt wurde. Posthum erhielt zudem das Anfang 2026 verstorbene Clubmitglied Helge Temme eine Auszeichnung für seinen Film „Faszination Baum“.
Insgesamt wurden zwei erste, acht zweite und 13 dritte Preise vergeben. Zwölf Filme qualifizierten sich für die Bundesfilmfestivals, vier weitere wurden für den Dokumentarfilm-Pool nominiert.
Am Ende stand ein rundum gelungenes Festival, das nicht nur durch filmische Qualität, sondern auch durch Organisation und Gastfreundschaft überzeugte. Ein besonderer Dank galt den teilnehmenden Autoren sowie dem Filmclub Bad Lippspringe, der mit großem Engagement zwei unvergessliche Tage des Amateurfilms ermöglichte.